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Besichtigung der Zuckerfabrik in Offenau

Das Wetter, so trüb wie Kalkmilch!

Unser zweiter Ausflug nach Offenau im Herbst 2025 mit Besichtigung der Zuckerfabrik am Samstag 8.11.2025.

Teilnehmer:

Leitung:

Beginn:

Ende:

Wetter:

7 Mitglieder, 1 Gast

Horst Schlüter

07:30 Uhr Bahnhof Winnenden, Führungsbeginn 9 Uhr

gegen 17:15 Uhr

um 8 Grad C, ganztags bedeckt, Hochnebel


 Bereits im Januar geplant, konnte das Ereignis Besichtigung der Zuckerfabrik endlich stattfinden. Maximal 20 Leute durfte eine Gruppe groß sein und nach Ankündigung in unserem NABU Programm waren die ersten Anmeldungen bereits Anfang Juli im Kasten. Leider kamen dann doch vor dem Termin etliche Absagen. Am besten fand ich die Absage, dass es für Diabetiker nicht so toll wäre, sich ausgerechnet in einer Zuckerfabrik umzuschauen.

Interessant war es allemal und am Zucker musste niemand schlecken. Es war auch kein Zucker- oder gar Karamellgeruch in der Luft, eher unterschiedliche Gerüche, die an Kläranlage erinnerten.

Gruppenbild, Foto: Marc Bacher
Gruppenbild, Foto: Marc Bacher

Nach einem kurzen Einführungsvideo wurden wir mit Helm und Haarschutz, Sicherheitsreflektoren und Kopfhörer ausgestattet. Durch die erste riesige Halle ging es ins Freie und wir folgten der Zuckerproduktion von der Rübenanlieferung bis zu den Zentrifugen, die die Zuckerkristalle von der Melasse trennen. Die großen Laster standen bereits in Schlangen, wurden gewogen und die Rüben mit einem starken Wasserstrahl von der Ladefläche gespült. Über Förderbänder gelangen die Rüben in verschiedene Trenn- und Wascheinrichtungen im Freien in den Gebäudekomplex.

 

Das Schmutzwasser wird aufgefangen, grober Schmutz setzt sich ab und das Wasser gelangt wieder zurück zur Rübenreinigung bei der Entladestation. Alles auf Kreislauf ausgelegt.

 

Im Auffangbecken wird ständig gerührt und der Schlamm in die Klärbecken gepumpt.

 

Die gereinigten Rüben werden zu Schnitzeln, ähnlich Pommes Frites, geschnitten und gelangen auf weiteren Förderbändern zu Koch- und Pressstationen. Der gewonnene Saft wird von Verunreinigungen mit Filtern getrennt und mit Kalkmilch von weiteren, unerwünschten Schwebstoffen geklärt.

 

Die Kalkmilch wird im Außenbereich des Werks in einem Hochofen bei rund 1 000 Grad C selbst hergestellt mit Kalkstein von der Schwäbischen Alb und mit Kokskohle. Die Reste der gebrannten Kalksteine sind im Gelände auf Haufen gelagert. Als Kalkmehl gelangen sie wieder zurück auf die Zuckerrübenfelder.

 

Übrigens wird auch der Schlamm, der sich in den Klärbecken absetzt, wieder auf die Felder ausgebracht. Die biologischen Anteile werden in einer Kläranlage zu Biogas gewandelt und tragen somit einen Teil zum großen Energiebedarf der Fabrik bei.

 

Der ausgepresste Dünnsaft wird eingekocht, bis sich die Zuckerkristalle bilden. Dieser braune Zuckersaft wird mittels Zentrifugen getrennt in die weißen Zuckerkristalle und die braune Melasse. Der weiße Zucker wird getrocknet, abgefüllt und in verschiedenen Gebinden verpackt im Hochregallager eingelagert.

 

Aus den Resten der gepressten Rübenschnitzel werden mit der übrigen Melasse Futterpellets hergestellt.

 

Nach diesem Fabrikrundgang, der uns vom kalten Novemberwetter in feuchtwarmes Tropenklima an verschieden Koch- und Filtereinrichtungen vorbeiführte, sammelten wir uns wieder im Vortragsraum und durften zum Abschied ein Päckle Zucker in neuer, grün gehaltener Verpackung mit nach Hause nehmen. Für dieses ein Kilo Zuckerpäckchen wurden 7 kg Rüben benötigt.

 

Im Gedächtnis mit Haut und Haaren verpackt, bleibt diese Erinnerung, wie der Zucker in der Tüte, auf unbestimmte Zeit haltbar.

 

Nach den 2,5 Stunden ging es nahtlos in den zweiten Teil des Tages über, denn wir wollten ja noch die Vögel beobachten, die sich die Klärteiche als Rastplatz ausgesucht haben.

 

Leider hatte sich der Hochnebel nicht wie gewünscht aufgelöst, und so war der Himmel trüb wie Kalkmilch.


Zuckerfabrik und Klärteich im Nebel Fotos: R. Siegle 

Von der Vogelwelt zeigten sich in erster Linie etliche Krickenten, die uns jedoch sehr früh bemerkten und aufflogen.

Krickenten, Foto: Volker Herdtle
Krickenten, Foto: Volker Herdtle
Waldwasserläufer, Foto: Horst Schlüter
Waldwasserläufer, Foto: Horst Schlüter

Auf einem Feld außerhalb des Klärteichgeländes zupften über 150 Graugänse Grünzeug ab. Im Flug beobachteten wir Kormorane, Graureiher und etliche Kleinvögel. Die Wasserralle hörte Horst; zu sehen war sie, wenn überhaupt, nur schemenhaft und kurz. Zwei Waldwasserläufer dürfen noch als Besonderheit erwähnt werden. Die Aufzählung der Arten findet sich im naturgucker, bzw. in der Artenliste, hier auf unserer Webseite.

 

Die Botanik stand natürlich um diese Jahreszeit nicht im Vordergrund, einige Beobachtungen haben wir dennoch festgehalten.

Weiße Lichtnelke
Weiße Lichtnelke
Raue Gänsedistel
Raue Gänsedistel
Schwarzer Nachtschatten, Fotos: R. Siegle
Schwarzer Nachtschatten, Fotos: R. Siegle

Gegen 14:30 war unser Gang ins Gelände zu Ende. Einige müssten früher gehen und so waren wir zum Abschluss fünf Personen, die sich einen schönen Abschluss bei einem Essen in Neckarsulm gönnten.

 

Link zum Gebiet im ng: https://naturgucker.de/?gebiet=-1714770643

 

Rainer Siegle

 

Artenliste

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Artenliste - Klärteiche Offenau
2025_11_08_Artenliste_Klärteiche_Offenau
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