Das Naturdenkmal Alter Weinbergweg war lange Zeit unbeachtet und wenig begangen. Nur ein schmaler Grasweg stand zur Verfügung. Als der Rotenbühl noch Weinberg war, zogen auf ihm die Bewirtschafter mit Handkarren ihre Ernte zur im Tal liegenden Kelter. Als der Weinbau aufgegeben wurde, folgten Streuobstwiesen. Im Laufe der Zeit wurden einige Anrainergrundstücke gepflegt, mit Häuschen zur Freizeitgestaltung bebaut, andere verkamen. So entstand ein Mosaik, das die ortsansässigen Jäger als Ruheraum für die Wildtiere und die naturverbundenen Menschen gerade wegen der Unberührtheit schätzten. Ungestört von Verkehr konnte man dem Sinn der Verordnung des Flächenhaften Naturdenkmals nachspüren. Schmetterlinge und andere Insekten, sogar Zauneidechsen konnten sich ungestört entwickeln.
Zum Jahreswechsel 2024-2025 griff die Flurneuordnung ein und änderte diesen Zustand. So wurde aus dem schmalen Grasweg ein befahrbarer, geschotterter Durchgang geschaffen. Das Argument für diese Maßnahme war, eine bessere Bewirtschaftung der Grundstücke zu ermöglichen. Die früheren Mauerstrukturen blieben weitgehend erhalten. Talseitig erhielt der neue Weg eine Böschung. Mit einheimischem Saatgut wurde diese begrünt. Wie bei allem, was neu geschaffen wurde, muss man sehen, welcher Zustand sich mit der Zeit entwickelt.
Es ist in unseren Augen nicht zielführend, über das bereits Verlorene zu berichten. Rechtzeitig zur Einweihung wurde zur großen Freude der Anwesenden ein Zauneidechsenmännchen gesehen.
Um die Artenvielfalt zu verbessern, hat sich ein Schäfer bereiterklärt, Grundstücke, deren Eigentümer das wünschen, zu beweiden. Auch hier wird eine Dynamik einsetzen, die noch nicht vorhersehbar ist und wahrscheinlich eine Überarbeitung dieses Textes in einigen Jahren nötig machen wird.
Das Naturdenkmal ist zu 80% Eigentum der Großen Kreisstadt Winnenden, 20% gehören der Gemeinde Leutenbach.
Auf Leutenbacher Gemarkung führt ein schmaler Hohlweg, der ebenfalls unter Schutz steht, zum Rotenbühl hinauf.

Fläche: 0,2 Hektar
Geschützt seit: 31.12.1986
Schon Mitte März umfliegt Sie das Waldbrettspiel (Pararge aegeria)
Im Hohlweg auf Leutenbacher Gemarkung
Die überwinternde Falter-Generation des
C-Falter (Polygonia c-album)
fliegt bis Mitte Juni, die nächste Generation ab Mitte Juli und überwintert dann.
Sobald das Wiesenschaumkraut blüht fliegt auch der
Aurorafalter (Anthocharis cardamines)
Links das Weibchen und rechts das auffällige Männchen
Kleiner Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus malvae)
Er fliegt Ende Juli bis August, manchmal gibt es auch eine frühere Generation
Das Landkärtchen (Araschnia levana)
bildet im Jahresverlauf 2 unterschiedliche Falter aus.
Links die Frühjahrs-.und rechts die Sommergeneration
Der Mauerfuchs (Lasiommata megera) fliegt in zwei, in warmen Gegenden bis zu vier Generationen von
Ende März bis Anfang November.
Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)
Die Falter fliegen in mehreren Generationen von April bis Oktober
Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades)
Er bildet zwei Generationen aus, von Ende April bis Mitte Juni und von Juli bis August
Sehr selten stößt man auf einen besonderen Käfer, den Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus), der in diesem Gebiet bisher selten gesichtet wurde.
Der Lederlaufkäfer ist einer der großen Laufkäfer Mitteleuropas und kann bis zu 4 cm lang werden.
An den erdigen, unbewachsenen Stellen der Böschung nisten Schmalbienen aus der Familie Lassioglossum.
Ca. 60% aller Wildbienenarten legen ihre Brutröhren im Erdboden an.
Wiesensalbei (Salvia pratensis)
Die Blütezeit: Ende Mai bis in den August hinein. Salbei braucht sehr viel Licht. Er hat eine sehr lange Pfahlwurzel
Mit etwas Glück entdecken Sie ab Mitte Juni die
Bienenragwurz (Ophrys apifera),
die seit 2025 auch am Naturdenkmal aufblüht
Eine weitere Seltenheit ist der
Dolden-Milchstern (Ornithogalum umbellatum)
Er wird auch Stern von Bethlehem genannt und blüht im Mai.
Fotos: A. Prehl, D. Baier
Offenlandkartierung : Trockenmauerngebiet am Weg 1457, 'Rotenbühl
Naturgucker, Artenliste zum Gebiet =-1530960323