Naturspaziergang in Winnenden am 30.04.2026
Teilnehmer:
Leitung:
Beginn:
Ende:
Wetter:
8 Personen
Dagmar Puder
18:00 Uhr
20:45 Uhr
Sonnig
8 Teilnehmer*innen (3 Mitglieder und 5 Gäste) fanden sich am Treffpunkt in der Eugenstraße ein. Wir begannen unseren Naturspaziergang mit einem kurzen Abstecher in den Stadtfriedhof. Dort sangen Amseln, Stieglitz und Zilpzalp um die Wette. Die dort brütenden Wacholderdrosseln flogen emsig umher und waren auch nicht zu überhören. Weiter gings durch die Streuobstwiesen. Ein Mäusebussard drehte über uns seine Runden.

Wir unterhielten uns über Maienbräuche. Eine Traubenkirsche erfreute uns mit ihrer Blütenpracht und dem Bittermandelduft ihrer Blüten. Wir entdeckten eine Blut-Lambertshasel (Corylus maxima), die aus dem Balkan stammt und im Gegensatz zu Corylus avellana bei uns nicht heimisch ist. Sie entwickelt aber besonders große Früchte und wird im Schwarzmeergebiet der Türkei im großen Stil angebaut. Auch die ersten Sprossen des wilden Hopfens wagten sich hervor. Sie lassen sich zu köstlichem Hopfenspargel verarbeiten.
Die in der Regel selbst sehr sachkundigen Teilnehmer*innen tauschten sich mit mir über Inhaltsstoffe und kulinarischen Wert von Brennnessel, Löwenzahn, Günsel, Gundelrebe, Gänseblümchen, Knoblauchsrauke und Rotklee aus. Wir sahen uns den gelb-orangenen Saft des Schöllkrauts. an. Da es sich um ein Mohngewächs handelt, soll es früher zu ähnlichen medizinischen Zwecken wie der Schlafmohn verwendet worden sein. Heute wird sein Saft nur noch zur Beseitigung von Warzen volksmedizinisch genutzt. Sein zweiter Name "Schwalbenkraut" besagt, dass es anfängt zu blühen, wenn die Schwalben wieder bei uns eintreffen.
Unterwegs begleiteten uns die Gesänge von Mönchsgrasmücke, Kohlmeise, Blaumeise, Buchfink und Grünfink. Der Zilpzalp rief eifrig seinen Namen und die Ringeltaube rief uns hinterher: "Beim NA-BU bist Du!" Im Gegensatz zum dreisilbigen Ruf der auch im Gebiet vorkommenden Türkentaube singt sie immer fünfsilbig. Im Schilfgebiet neben dem Reiterhof hörten wir deutlich einen Teichrohrsänger. Ob auch schon ein Sumpfrohrsänger den Weg aus Afrika zurück geschafft hat, ließ sich aufgrund der Kürze des Gesangs nicht eindeutig beurteilen.
Am Reiterhof wuchsen Taubnesseln und Berg-Goldnesseln. Sie enthalten viel Vitamin A und Eiweiß und lassen sich, ähnlich wie die Brennnessel, zu einem schmackhaften Wildgemüse verarbeiten. Ihre Blüten bereichern Tees und Wildkräutersalate. Weißdorn und Rotdorn ließen sich sogar nebeneinander in voller Blüte betrachten. Der Weißdorn wird traditionell gegen Herzschwäche eingesetzt. Es gibt sehr viele Zuchtformen und Hybriden. Ob diese den gleichen medizinischen Wert haben ist fraglich.

Der vermutlich von der Stadt angesäte Wiesensalbei erfreute in Höfen mit seiner intensiv violett-blauen Farbe unsere Augen. Eine Teilnehmerin wies mich auch auf einen Wiesensalbei hin, den ich sonst übersehen hätte.
Auf dem Rückweg waren wir nur noch zu fünft, weil sich zwischenzeitlich drei Personen verabschiedet hatten. Wir bestaunten eine Blutbuche und erhielten von einem Gast die Anregung zu einem Selbstversuch. Das Anlehnen an einen Buchenstamm verschaffe im Sommer Kühlung, der Stamm einer Eiche strahle jedoch Wärme aus. Wir nutzten die Gelegenheit, um die knoblauchartig scharf schmeckenden Blüten des Bärlauchs zu probieren und tauschten uns über die Verwechslungsgefahr mit dem hochgiftigen Maiglöckchen aus. Wir verglichen Buchen und Hainbuchen, die nicht zur selben Familie gehören und ergründeten die Ursprünge ihrer deutschen Namen.
Wieder am Treffpunkt angelangt, leuchtete uns der Vollmond zum Abschied. Laut einem Teilnehmer ist dies ein astronomisches Highlight, weil dieses Jahr im Monat Mai gleich zwei Vollmonde auftreten, was sonst in Monaten mit 31 Tagen nur alle 2 - 3 Jahre vor komme. Dieses Phänomen werde auch "Blue Moon" genannt. So konnten wir alle voneinander etwas Neues lernen!
04.05.2026 / Dagmar Puder

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